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Gründen im Handwerk

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Vom Gesellen zum eigenen Betrieb

Der Weg ist bei den meisten derselbe. Ausbildung, ein paar Jahre auf der Baustelle oder in der Werkstatt, oft im selben Betrieb, der einen ausgebildet hat. Irgendwann der Meister. Und dann der Punkt, an dem die Frage kommt: Warum eigentlich für jemand anderen? Es geht selten ums schnelle Geld. Es geht darum, selbst zu entscheiden, welche Aufträge reinkommen und welche nicht. Darum, dass die eigene Arbeit auf das eigene Konto läuft und nicht auf das vom Chef. Darum, den Betrieb so zu führen, wie man ihn selbst immer geführt hätte. Das ist die Motivation, die trägt, und sie ist gut so.

Was dazwischensteht, ist kein Geheimnis, sondern ein Weg mit klaren Stationen. Die Meisterfrage, die Anmeldung, das Kapital, die ersten Mitarbeitenden. Diese Seite geht die Stationen durch. Ehrlich, ohne Schönfärberei, denn die ersten Jahre sind Arbeit.

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Gründen oder übernehmen

Bevor du an die Neugründung denkst, lohnt ein Blick auf die andere Tür. Im Handwerk suchen tausende Betriebe eine Nachfolge. Betriebe mit Kundenstamm, mit Personal, mit Maschinen, mit einem Namen, den die Leute in der Region kennen.

Wer übernimmt, startet nicht bei null. Am ersten Tag klingelt das Telefon, weil die Kunden den Betrieb kennen. Es gibt Aufträge, es gibt Umsatz, es gibt eingespielte Leute. Das verändert alles: die Finanzierung, das Risiko und den Moment, ab dem Geld reinkommt. Der Preis dafür ist, dass du einen Betrieb übernimmst, wie er ist, mit seiner Geschichte, seinen Gewohnheiten und einem Vorgänger, der loslassen muss. Das ist eine eigene Aufgabe, menschlich wie wirtschaftlich.

Für die Übernahme haben wir einen eigenen Bereich. WHO:NEXT begleitet dich durch den ganzen Prozess, von der Suche nach dem passenden Betrieb bis zu den ersten hundert Tagen als neuer Chef.

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Die Meisterfrage

Am Anfang steht die eine Frage, an der der Rest hängt: Darfst du deinen Betrieb selbst führen? Das entscheidet die Handwerksordnung, und die Antwort kennst du für dein Gewerk wahrscheinlich schon. Zulassungspflichtige Handwerke stehen in Anlage A. Elektro, Sanitär, Heizung, Maurer, Tischler, Kfz und rund vierzig weitere. Für sie brauchst du die Eintragung in die Handwerksrolle, und die setzt in aller Regel den Meister voraus. Zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerbe stehen in Anlage B. Hier reicht die Anmeldung, kein Meister nötig.

Fehlt dir der Meister für ein Anlage-A-Handwerk, ist der Betrieb nicht vom Tisch. Es gibt Wege: Die Altgesellenregelung nach § 7b HwO greift, wenn du mehrere Jahre Gesellenerfahrung hast, davon einen Teil in leitender Stellung. Dann kannst du unter bestimmten Bedingungen eine Ausübungsberechtigung bei der Handwerkskammer beantragen, nachgewiesen über Arbeitszeugnisse und Stellenbeschreibungen. Auch ein einschlägiger Meister-gleichwertiger Abschluss, etwa als Ingenieur oder staatlich geprüfter Techniker, öffnet die Tür. Und wenn beides nicht passt, kannst du eine Person mit Meisterqualifikation als Betriebsleitung anstellen, die die fachliche Leitung übernimmt.

Ein ehrlicher Hinweis zum Geld: Der Meister kostet je nach Gewerk mehrere tausend Euro und ein bis mehrere Jahre Zeit. Eine angestellte Meisterkraft kostet dich jedes Jahr deutlich mehr Lohn als einen Gesellen. Beides ist eine echte Rechnung, keine Formalie. Wenn du den Meister noch aufbaust, plane ihn früh ein, denn er bestimmt, wann du starten kannst. Und ein zweiter Punkt, den viele unterschätzen: Der Meisterbrief ist auch ein Verkaufsargument. Für viele Kunden hat das Wort Meisterbetrieb ein Gewicht, das sich in Aufträgen auszahlt. Wer ausbilden will, braucht ihn ohnehin.

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Erst die Kammer, dann das Amt

Im Handwerk läuft die Anmeldung anders herum als sonst. Erst die Handwerkskammer, dann das Gewerbeamt. Du meldest deinen Betrieb bei der Handwerkskammer an und wirst, bei einem zulassungspflichtigen Handwerk, in die Handwerksrolle eingetragen. Erst danach kommt die Gewerbeanmeldung. Die Reihenfolge ist keine Bürokratie-Marotte, das Gewerbeamt will die Eintragung sehen, bevor es dich anmeldet.

Die Kammermitgliedschaft ist Pflicht, das weißt du. Was viele nicht auf dem Schirm haben: Deine Kammer berät dich kostenlos. Zu Gründung, zu Finanzierung, zum Businessplan, zur Übernahme. Diese Beratung ist mit deinem Pflichtbeitrag schon bezahlt. In fast jedem Gründungsbericht aus dem Handwerk ist der erste Schritt derselbe, ein Termin bei der Handwerkskammer. Mach ihn früh. Die Leute dort haben hunderte Gründungen begleitet und kennen die Fallstricke deiner Region.

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Du bist nicht allein, auch wenn es sich so anfühlt

Der Satz, der in fast jedem Erfahrungsbericht auftaucht: Was beim Sprung in die Selbstständigkeit am meisten hilft, ist der Austausch mit anderen, die ihn schon gemacht haben.

Das ist keine Nettigkeit, das ist Handwerkszeug. Der Kollege, der vor drei Jahren gegründet hat, weiß, welche Bank im Ort mit Handwerkern kann und welche nicht. Die Meisterin aus dem Nachbargewerk kennt einen Steuerberater, der Handwerksbetriebe versteht. Der Bekannte, der gerade Personal sucht, gibt dir den Auftrag weiter, den er selbst nicht schafft. Diese Verbindungen entscheiden im Alltag oft mehr als jeder Businessplan. Genau dafür ist WHO:IN gebaut. Wir listen dich nicht in ein anonymes Verzeichnis und lassen dich allein. Wir bringen dich mit den Menschen zusammen, die du wirklich brauchst: mit Berater:innen, die Handwerk kennen, mit anderen Gründer:innen aus deiner Region, mit Betrieben, die vielleicht eine Nachfolge suchen. Persönlich vermittelt, nicht per Suchmaske. Das ist der Unterschied, den du merkst, wenn du morgens vor einer Frage stehst und jemanden hast, den du anrufen kannst.

Nach der Registrierung findest du deine Ansprechpartner:innen. Gefiltert nach Bundesland, Gewerk und Situation. Menschen mit Nummer und echter Erreichbarkeit, keine Adresskartei.

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Kapital, Kalkulation und die ersten Leute

Handwerk kostet Geld, bevor der erste Auftrag bezahlt ist. Werkstatt, Maschinen, Werkzeug, Fahrzeug, Material, Lager. Wer übernimmt, finanziert obendrauf den Kaufpreis. Das ist kein Grund zu zögern, aber ein Grund, sauber zu rechnen.

Die üblichen Bausteine: KfW-Förderkredite für Gründung und Übernahme, oft mit tilgungsfreien ersten Jahren. Bürgschaftsbanken, wenn dir Sicherheiten für die Hausbank fehlen. Und die Meistergründungsprämien der Länder, mit denen mehrere Bundesländer die Gründung oder Übernahme durch Meister:innen bezuschussen. Höhe und Bedingungen sind je nach Land unterschiedlich. Beim Personal liegt eine Falle, die still Geld kostet: der Stundenverrechnungssatz. Er muss die Löhne deiner Leute tragen, mitsamt Lohnnebenkosten, unproduktiven Zeiten, Krankheit, Urlaub und Gemeinkosten. Rechnest du ihn zu niedrig, verlierst du bei jedem Auftrag Geld, ohne es sofort zu sehen. Und wenn du selbst ausbildest, sicherst du dir die Fachkräfte, die deinen Betrieb von innen kennen, statt sie später teuer auf einem leergefegten Markt zu suchen.

Verweis-Element: Welche Förderung zu deinem Betrieb und deinem Bundesland passt und wie dein Verrechnungssatz sauber steht, rechnest du mit den Tools im internen Bereich durch.

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